Eine Woche in Taizé

03. Nov 2022

Bericht von der durch ErasmusPlus geförderten Fahrt nach Taize im Oktober 2022

In der Woche vor den Herbstferien fuhren Schülerinnen und Schüler aus der 10. und 11. Klasse im Rahmen einer Drittortbegegnung mit der Partnerschule aus Caen/Normandie begleitet von Frau Seidel und Herrn Wolf nach Taizé im Burgund. Die Fahrt wurde als Erasmus+-Veranstaltung durchgeführt und auf diese Weise finanziert. Sirin Kemmeter beschreibt ihre Eindrücke:

21 Schülerinnen und Schüler durften eine Woche die Einfachheit in Taizé miterleben. Am Sonntag den 9.10. ging es los. Acht Stunden haben wir im Bus gesessen und noch nicht gewusst, was uns erwartet. Angekommen in Taizé hat uns eine Ruhe und eine Stille begrüßt, die wir sonst aus Worms nicht gewohnt waren. Wir haben erstmal eine kurze Einleitung bekommen und durften dann unsere Hütten beziehen. Es war kein Hotel, es war alles einfach gestaltet und eingerichtet. Um 20.15 Uhr hat dann auch unser erster Abendgottesdienst stattgefunden. Es war sehr still als wir die Kirche betraten. In der Mitte der Kirche saßen schon die Mönche, um die sich die Leute drum herumgesetzt haben. Als dann die Leute in der Kirche gemeinsam angefangen haben zu singen, entstand eine ganz besondere Atmosphäre, die man nicht beschreiben kann. Die Lieder wurden auf verschiedenen Sprachen gesungen und immer wieder wiederholt. Die Lieder hatte ich lange nach Taizé immer noch im Kopf. Zwischendrin wurden immer wieder Texte aus der Bibel, auch in verschiedenen Sprachen, vorgelesen. Es hat richtig Spaß gemacht, in so einer großen Gemeinschaft zu singen. Jeder ist in dieser Kirche willkommen. Egal ob man gläubig war oder nicht, man konnte am Gottesdienst teilnehmen. In der Mitte vom Gottesdienst wurden 10 Minuten geschwiegen. Am ersten Abend war es ungewohnt, doch bei drei Gebeten am Tag hat man sich schnell an die 10 Minuten Stille in der Mitte des Gottesdienstes gewöhnt. Es war ein merkwürdiges Gefühl, ganz bewusst insgesamt 30 Minuten am Tag – morgens, mittags und abends – zu schweigen. Am nächsten Morgen gab es ein Morgengebet. In jedem Morgengottesdienst konnte man das Abendmahl empfangen. Danach gab es Frühstück, was aus Baguette und Schokoladenstückchen bestand. Dazu gab es Zitronentee oder Kakao.

Taizé Feier
Taizé

Um 10.00 Uhr gab es die Bibeleinführung bei einem Bruder. Wir haben uns in kleinen Gruppen mit circa 12 Leuten zusammengetan und haben zusammen mit unserem Gruppenleiter über einen Bibeltext gesprochen, den wir zuvor bekommen hatten. In unsere Gruppe waren vier Franzosen, darum mussten wir auf Englisch kommunizieren. Es war interessant zu erfahren, wie andere Leute verschieden über den Bibeltext denken. Die Fragen waren sehr offen gestellt, so dass es nicht darum ging, wer besonders religiös ist oder nicht. So haben sich oft sehr persönliche Gespräche entwickelt.

In den Gruppen, wo wir eingeteilt waren, haben wir uns jeden Tag um 15.00 Uhr noch einmal getroffen und Aufgaben erledigt. Sowohl Tätigkeiten für die Allgemeinheit wie Betten beziehen, als auch gemeinsam Spiele spielen oder ein Theaterstück kreieren, war Teil unserer Gruppenaktivität, und das alles auf Englisch, Französisch und Deutsch gemischt!

Die ersten zwei Tage war es schwer sich in Taizé einzufinden, da alles noch so neu war. Doch mit der Zeit hat man sich an den Tagesablauf gewöhnt. Abends konnte man sich am Oyak (eine Art Kiosk) treffen und dort gemeinsam mit den anderen Jugendlichen den Abend verbringen. Manchmal wurde Gitarre gespielt und wir haben bis abends gemeinsam gesungen. Abends beim Singen habe ich viele neue Leute kennengelernt. Man hat sich direkt mit den Leuten verstanden und hat, wenn das Englisch nicht so gut geklappt hat, mit Händen und Füßen kommuniziert.

Wir haben dort in Taizé eine Austauschklasse aus Frankreich getroffen. Wir haben Ihnen stolz unsere Partnertassen überreicht, worüber sie sich sehr gefreut haben. Mit ihnen sind wir spazieren gegangen und haben uns abends am Oyak verabredet. Mit ein paar Franzosen habe ich abends am Oyak noch gesungen.



Die ganze Fahrt war für mich ein Erlebnis, welches ich niemals vergessen werde. Mit so vielen Leuten auf verschiedenen Sprachen zu kommunizieren, erlebt man nicht oft. Auch diese Einfachheit und das regelmäßige Beten würde ich so in meinem normalen Tagesablauf nicht machen. Das Essen war etwas ausgefallen, aber es war in Ordnung. Trotzdem war ich froh, dass man sich am Oyak bei Hunger noch 5-Minuten-Nudeln holen konnte. Am Freitag- und am Samstagabend gab es auch noch einen besonderen Abendgottesdienst. Am Freitagabend wurde an die Kreuzigung Jesu gedacht und jeder, der wollte, hatte die Möglichkeit vor dem Kreuz niederzuknien, und am Samstagabend wurde an die Auferstehung Jesu gedacht. Es wurde Kerzen angezündet, die jeder vorher bekommen hatte. Die gesamte Kirche wurde an dem Abend mit Kerzenlicht beleuchtet.

Ich werde diese Zeit in Taizé auf jeden Fall vermissen und auch die Leute, die ich dort kennengelernt habe. Ich denke, jeder von uns, der mitgefahren ist, hat etwas an schönen Erfahrungen und Eindrücken mitgenommen. Wenn ich nochmal die Chance bekommen würde mit nach Taizé zu gehen, würde ich es machen.

Sirin Kemmeter, MSS 11

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