Wozu sind Kriege da?

09. Apr 2022

Rudi-Stephan-Gymnasium macht letzten Schultag vor Ostern zum Ukraine-Aktionstag

„ Keiner will sterben, das ist doch klar!“ – so beginnt die erste Strophe von Udo Lindenbergs Klassiker, den der 1981 – vor über 40 Jahren also, unter dem Eindruck der atomaren Bedrohung durch Ost und West gemeinsam mit dem 10-jährigen Pascal Kravetz sang: „Wozu sind Kriege da?“ Die Antwort ist heutzutage in Europa so bedrückend wie einfach: Zur Befriedigung nationaler und narzisstischer Egoismen einzelner Verirrter, die glauben, man könne mittels Soldaten, Raketen und der Hand am roten Knopf die zivilisatorischen Errungenschaften der Völkerfreundschaft nach 77 Jahren Frieden in Europa einfach so mir nichts, dir nichts auf null stellen.

Der Rückfall in die Barbarei, unter der die Ukraine blutet, lässt niemanden, der in der Lage ist, zuverlässige Nachrichten über den russischen Krieg zu erhalten, ungerührt. Und so waren es ursprünglich die Kleinsten am RSG, die bei ihrer Klassenlehrerin Anja Seidel den Vorschlag machten, angesichts des immensen Leids, das ukrainische Geflüchtete, darunter viele Kinder, zu ertragen haben, etwas zu tun. Nur nicht länger untätig bleiben, war die Devise. Geboren wurde von der 5b daraus die Idee eines Flohmarkts zugunsten ukrainischer Kinder. Und die zog Kreise:

5 Klassen haben am Freitag vor den Osterferien in der Mensa des Rudi mitgemacht. Es gab neben den Ständen mit den Flohmarktartikeln Crêpes, Zuckerwatte, Popcorn, liebevoll dekorierte Kuchen und Plätzchen, kalte und warme Getränke, Osterdeko und-Karten sowie Rudi-Schlüsselanhänger aus dem 3D-Drucker zu erstehen. Die Klassen und Kurse der Oberstufe bummelten in der dritten und vierten Stunde durch die für Coronabedingungen „proppenvolle“ Mensa und deckten sich bei stimmungsvoller Akkordeonmusik mit Fundstücken, Selbstgebasteltem und Leckerlis ein. Gleichzeitig sammelten Eltern gemeinsam mit dem Schulelternbeirat des RSG für die Wormser Tafel Essensspenden. „Die Tafeln haben derzeit angesichts der steigenden Preise einerseits und der abnehmenden Spendenbereitschaft andererseits das Problem, dass die Zahl der Bedürftigen gestiegen ist - nicht nur aufgrund der Geflüchteten aus der Ukraine“, gibt Schulleiter Dr. Markus Wallenborn zu bedenken. „Hierdurch entsteht ein zusätzlicher Bedarf, den die Wormser Tafel kaum noch decken kann,“ so Wallenborn weiter. Verbunden damit sei natürlich die Hoffnung, dass die Rationierung der Essensausgabe dort so kurz vor Ostern vermieden werden kann. Innerhalb von nur drei Stunden kamen so viele Lebensmittelspenden zusammen, dass am Ende der Inhalt von acht vollbepackten Autos an die Wormser Tafel übergeben werden konnte. "Ein großartiges Zeichen der Solidarität", wie Schulelternsprecher Thorsten Wenner betont. Und er kündigt auch gleich an, dass es eine Wiederholung der Aktion geben wird.

Gefragt nach seiner Bewertung des spontanen Aktionstags für die Ukraine sagt Flohmarkt-„Erfinder“ Christopher Büschel aus der 5b: „Hier sind so viele Leute! Ich bin begeistert, wie das angenommen wird – echt toll!“, während sich Rektor Wallenborn angesichts des bunten Treibens darüber freut, dass es gelungen sei, in so kurzer Zeit vor den Ferien noch ein derartiges Event auf die Beine zu stellen. Am Ende kamen stolze 1.500 Euro zusammen. Die Summe wurde von einem Freund des Gymnasiums auf 3.000 Euro verdoppelt und wird nun dem UN-Flüchtlingshilfswerk übergeben.

Dass es damit aber noch nicht getan war, wurde neben dem Flohmarkt und den Essenspenden durch eine gemeinsame Aktion mit dem Nachbargymnasium deutlich. Gemeinsam mit dem Gauß-Gymnasium setzte die Orientierungsstufe des Rudi-Stephan-Gymnasiums und die Rudikehlchen ein hörbares Zeichen gegen den Krieg: Da erklang er dann, Udo Lindenbergs Klassiker, zu den Klängen einer Band aus Schülern und Lehrern beider Gymnasien: „Wozu sind Kriege da?“ Der Aktionstag Ukraine am RSG setzte ein deutliches Zeichen: Für gar nichts, das ist doch klar.

Flohmarkt Ukraine
Lebensmittelspende
Flohmarkt Mensa
Lebensmittelspende

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