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03. Apr 2022

Theaterprojekt am Rudi-Stephan-Gymnasium versucht Persönlichkeit von Kindern zu stärken

People's Theatre

„Nein Vadim, ich kann nicht mit dir ins Schwimmbad, weil ich schon versprochen habe, dass ich Nora helfe!“, antwortet Roja selbstbewusst dem viel älteren Vadim, der sie in einem kleinen Schauspiel dazu überreden will, mit allen schwimmen zu gehen, anstatt ihrer Freundin beim Basteln zu helfen. Dass Vadim vorher auf Rojas Nachfrage noch erwähnt hatte, Carlos, den alle cool finden, sei auch dabei, bringt die Schülerin am Ende auch nicht ab von ihrer Haltung. – Roja heißt eigentlich Fiona und ist Schülerin der 6b am RSG. Sie hatte sich kurz zuvor gemeldet, um das Stück des People’s Theatre, das die Klasse zuvor gesehen hat, abzuändern, indem sie die Rolle einer der Schauspielerinnen übernahm.

Jana Kohlmüller, Sozialarbeiterin am Rudi, hat unter anderem dazu beigetragen, das Theaterprojekt aus Offenbach ans altsprachliche Gymnasium zu holen, „auch um den Auswirkungen der Pandemie auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder entgegenzuwirken,“ so Kohlmüller. Die Theaterleute, immerhin Träger des hessischen Präventionspreises, stärken gemeinsam mit den Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7 auf spielerische Weise das Sozialverhalten und die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen. „Das hat auch am Rudi wieder ganz gut geklappt“, meint Paul Pirker, Moderator des People’s Theater. „Die Schüler hier waren allerdings schon sehr meinungsstark und sehr sehr aufmerksam“, zieht Pirker ein positives Fazit nach einer Woche theaterpädagogischer Arbeit. „Und man merkt deutlich, dass wir hier an einem Gymnasium sind, die Schüler sind in ihren Kommentaren und Handlungen sehr reif“, bilanziert Motahar Sayied, der Schauspieler, der als Vadim erfolglos versucht hatte die Rudis von ihrer sicheren Haltung abzubringen. Auch die anderen drei Ensemblemitglieder Michelle Miessler, Valentina Ruiz und Juan Scales mochten die Arbeit „an der schönen und großen Schule“, wie sie betonten. Motahar, Michelle und Valentina absolvieren ihr freiwilliges soziales Jahr bei dem Theaterprojekt, Juan ist als Schülerpraktikant dabei.

„Dies alles wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht viele Kolleginnen und Kollegen die Koordinierung des Projekts übernommen, die ALISA-Stiftung das Projekt nicht beantragt und die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Worms dieses nicht finanziert hätte“, beteuert Dr. Markus Wallenborn, Schulleiter des Rudi-Stephan-Gymnasiums. „Dabei passt es sehr gut zu unserem Leitbild und seiner Trias von Gemeinschaft – Bildung – Offenheit, das wir unter dem Schlagwort der Humanitas vereinen“, ist sich Wallenborn sicher: „Es fördert den Zusammenhalt der Klassen und im Umgang miteinander während des Spiels werden neue Ideen entwickelt und die Einzigartigkeit jedes Teilnehmenden entdeckt.“

Am Ende stampft die ganze Klasse zweimal mit den Füßen und klatscht einmal in die Hände: Roja hüpft hoch und dreht sich dabei zur Klasse – sie hat sich mit dem Ritual nun wieder in Fiona aus der 6b verwandelt. Ganz unverändert geblieben ist sie dabei nicht.

People's Theatre

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